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Am 30. September 2025 ehrte die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar im Darmstadtium die besten Auszubildenden des Jahrgangs. Unter den rund 3.000 Absolventinnen und Absolventen aus über 330 Berufen wurden die 80 Besten ausgezeichnet – sieben davon sogar als Spitzenreiter in ganz Hessen. 

Wir sind besonders stolz auf unseren dualen Studenten Robin Paul, der seine Ausbildung zum Straßenbauer bei der Schnorpfeil Rhein-Main GmbH & Co. KG mit herausragendem Erfolg abgeschlossen hat. Robin wurde als bester Auszubildender 2025 Beruf in der Region Darmstadt/Rhein-Main-Neckar geehrt. Ein großartiger Meilenstein, der zeigt, wie viel Engagement und Leidenschaft er in seine Arbeit steckt. 

Doch Robin geht noch weiter: Er ist nicht nur ein Top-Azubi – im Studium gibt er genauso Vollgas wie auf der Baustelle. Mit exzellenten Leistungen gehört er auch dort zu den Besten seines Jahrgangs. Diese Kombination aus Praxis und Theorie macht ihn zu einem echten Vorbild für alle, die Karriere im Bauwesen anstreben. Und Robin hat klare Ziele: Nach seinem Bachelorabschluss möchte er noch den Master in Bauingenieurwesen absolvieren. Damit legt er den Grundstein für eine langfristige Karriere in unserer Branche – und wir freuen uns, ihn auf diesem Weg zu begleiten.

Die Bestenehrung fand in einem würdigen Rahmen statt: Zur Begrüßung gab es Sekt, nach den Auszeichnungen wurde ein Flying Buffet serviert. Für Unterhaltung sorgten eine Fotobox und ein Schnellzeichner, die für viele schöne Erinnerungen bei den Gästen sorgten. Bei der feierlichen Ehrung waren neben Robin auch seine Familie und Freundin sowie ich als Vertretung für unsere Firma vor Ort, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu feiern. 

Die Veranstaltung unterstrich einmal mehr die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für die Zukunft unserer Branche: Mit einer Übernahmequote von 76 Prozent im IHK-Bezirk stehen die Chancen für engagierte Talente hervorragend. 

Lieber Robin, herzlichen Glückwunsch zu dieser außergewöhnlichen Leistung! Wir sind stolz, dich in unserem Team zu haben – als Straßenbauer, als Student und als Mensch, der jeden Tag zeigt, was „Auf Anspruch gebaut“ bedeutet. 

Autorin: Simone Lindner 

Seit Oktober 2024 bin ich Teil von Schnorpfeil Rhein-Main. Seitdem unterstütze ich nach meinem Bauingenieurstudium das Team als Jungbauleiter. Der Schritt aus dem Studium ins Berufsleben ist groß und mit Unsicherheiten verbunden gewesen. Wie vielen Berufseinsteigern gingen auch mir zu Beginn die klassischen Fragen durch den Kopf: Bin ich dem Berufsalltag gewachsen? Was passiert, wenn ich ins kalte Wasser geworfen werde? Solche anfänglichen Zweifel begleiten wohl viele junge Bauleiter.

 

Die ersten Eindrücke

Schon an meinem ersten Tag wurde ich positiv überrascht: Statt direkt „ins kalte Wasser“ geworfen zu werden, erhielt ich einen gut strukturierten Einarbeitungsplan. Dieser half mir nicht nur, mich schnell im Unternehmen zurechtzufinden, sondern vermittelte mir auch Vertrauen und erste Einblicke in die vielfältigen Aufgaben eines Bauleiters.

Ein zentraler Bestandteil dieses Plans war die Rotation durch die verschiedenen Abteilungen von Schnorpfeil Rhein-Main. Für jeweils zwei Wochen durfte ich in die Arbeit der einzelnen Bereiche eintauchen – von der Kalkulation über die Abrechnung bis hin zum Einkauf und zur Arbeitsvorbereitung. So hatte ich nicht nur die Gelegenheit, das Team besser kennenzulernen, sondern entwickelte auch ein tiefes Verständnis dafür, wie die Abteilungen zusammenwirken und welchen Beitrag jeder einzelne Bereich für den gemeinsamen Projekterfolg leistet.

Der Einstieg: das firmeneigene Baustofflabor

Mein praxisnaher Einstieg hat im firmeneigenen Baustofflabor begonnen. Dort dreht sich alles um die Materialien, die auf den Baustellen zum Einsatz kommen – darunter Beton, Asphalt und verschiedene Gesteinskörnungen. Während meines zweiwöchigen Aufenthalts im Labor durfte ich nicht nur wertvolle theoretische Kenntnisse sammeln, sondern auch aktiv an verschiedenen Versuchen mitwirken. So konnte ich unter anderem eine Frischbetonüberwachung durchführen und eine Asphaltschichtdickenmessung begleiten. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Baustellen zu besuchen und die praktische Anwendung der im Labor geprüften Materialien zu beobachten.

Nun habe ich einen Eindruck davon, wie wichtig die Qualitätssicherung von Baustoffen für den späteren Erfolg eines Bauprojekts ist. Das war ein spannender und lehrreicher Start in meine Zeit bei Schnorpfeil Rhein-Main.

Praxiserfahrung in Kalkulation und Einkauf

Zurück bei Schnorpfeil Rhein-Main ging es weiter in der Kalkulation. Hier habe ich die Grundlagen sowie Vorgehensweisen des Bereichs erklärt bekommen und kennengelernt, wie ein Projekt überhaupt beginnt. Ebenso erhielt ich eine Einführung in das Programm RIB iTwo, unserem Kalkulations- und Abrechnungsprogramm. Mir wurde gezeigt, wie das Programm aufgebaut ist und welche Funktionen es bietet – vom Hauptleistungsverzeichnis bis hin zur Bearbeitung von Nachträgen.
Am Ende meines Einsatzes in der Abteilung durfte ich selbstständig Nachträge in das mir zugewiesene Projekt einpflegen, wodurch ich erste praxisnahe Erfahrungen in der Kalkulation sammelte.

Danach durfte ich eine Woche den Einkauf begleiten. Dort konnte ich mir anschauen, wie es funktioniert, wenn wir bei Lieferanten und Nachunternehmern Preise anfragen.

Diese drei Wochen waren äußerst lehrreich für mich und haben mein Verständnis für den Ablauf und die Anforderungen dieser beiden Bereiche erheblich erweitert.

Einblicke in die Arbeitsvorbereitung und Abrechnung

Nachdem ich erste Erfahrungen in der Kalkulation und im Einkauf gesammelt hatte, ging es in der Arbeitsvorbereitung weiter. Nach einer ausführlichen Einführung war eine der Hauptaufgaben die Erstellung eines Bauzeitenplans, was einen zentralen Bestandteil jedes Projekts darstellt. Nachdem mir die Konzepte und Grundlagen erklärt wurden, konnte ich selbst einen Bauzeitenplan für die mir zugewiesene Baustelle erstellen. Es folgte eine Einführung in das Programm ISL-Kocher, bei der mir dessen Zweck und Funktion nähergebracht wurden. Danach war ich eigenständig in der Lage, eine Mengenermittlung für meine Baumaßnahme durchzuführen. Mittlerweile habe ich mich gut eingearbeitet und nutze ISL-Kocher effektiv für die Flächen- und Massenermittlung meiner Baumaßnahme.

Die Abrechnung war meine letzte Station. Hier konnte ich praxisnah an meinem eigenen Baustellenprojekt lernen, wie die Abrechnung funktioniert. Besonders wertvoll war es, projektbezogene Aufgaben gemeinsam mit dem Abrechner durchzuführen und so ein tieferes Verständnis für den Prozess zu entwickeln.

 

Mein Fazit

Ich möchte mich zunächst bei dem gesamten Team bedanken, das sich die Zeit für mich genommen und all meine Fragen beantwortet hat. Der Einarbeitungsplan war sehr lehrreich und gab mir wertvolle Einblicke, wie ein Bauprojekt abläuft. In kurzer Zeit konnte ich viel Neues lernen und unterschiedliche Vorgehensweisen für verschiedene Aufgaben kennenlernen.

Ich bin überzeugt, dass ein solcher Einarbeitungsplan für viele Berufseinsteiger eine große Unterstützung darstellt und die anfängliche Unsicherheit deutlich reduziert. Für mich waren es zwei äußerst effektive Monate, in denen ich viel gesehen und gelernt habe – zugleich eine hervorragende Vorbereitung für meine eigene Baumaßnahme.

Autor: Serkan Doğan

Unser Kollege Tim Schultheis gibt spannende Einblicke in seine Arbeit als Bauleiter am Terminal 3 des Frankfurter Flughafens. Denn sowohl seine Rolle als auch das Projekt und der Bauherr bringen gleichermaßen schöne und herausfordernde Aspekte mit sich.

Beschreibe doch einmal bitte in Kürze deine Baustelle.

Im Rahmen der VE34 – Terminalnahe Oberflächen T3 – werden, wie der Name schon sagt, die Oberflächen rund um das Terminal 3 hergestellt. Diese Flächen beinhalten spätere Vorfeldflächen im Norden des Terminalhauptgebäudes, Betriebsflächen im Westen und Osten sowie öffentliche Bereiche im südlichen Bereich vom Parkhaus bis zum Anschluss an das Terminalhauptgebäude. Ebenso stellen wir den 5.500 m² großen Anlieferhof her, in welchem schon in einem Vorgängerprojekt (VE148) die Vorbereitungen getroffen wurden.

Der wesentliche Part dieser Maßnahme konzentriert sich jedoch auf den öffentlichen Bereich. In diesem stellen wir den kompletten Ankunftsbereich des Terminal 3 her. So werden auf ca. 700 m Länge von Einfahrts- bis Ausfahrtsschrankenanlage sämtliche Verkehrsflächen für Busse, Autos und Fußgänger erstellt. Hierzu gehören Straßen, Haltestellen, Gehwegflächen und Parkplätze. Tiefbautechnisch erfolgt der Ausbau einer vollständigen Oberflächenentwässerung der beschriebenen Flächen sowie die Kabeltiefbauinfrastruktur für Beleuchtung, Kameras sowie Parkscheinautomaten und dergleichen. Gesamtheitlich werden ca. 320 Kabelschächte verbaut.

Was findest du am spannendsten an einer Baustelle am Flughafen und im Speziellen am Terminal 3?

Am spannendsten ist es generell, eine Beschäftigung zur Erschaffung bzw. der Instandhaltung von Infrastruktur an einem derartigen Flughafen zu haben. Der Flughafen Frankfurt ist ein zentrales Drehkreuz für den Passagier- sowie Warenverkehr von großer regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung. Das macht ihn ein Stück weit einzigartig und meine Tätigkeit somit noch besonderer. Allein diese Tatsache macht die Aufgabe hier schon fast ehrenvoll und lässt mich jeden Tag gerne hierherfahren.

Zudem kommt sicherlich auch etwas das Kind im Mann hoch, wenn man im Rahmen einer Vorfeldmaßnahme die Möglichkeit hat, mit dem Auto zwischen den Flugzeugen zu fahren. Für viele ist es sicherlich ein Kindheitstraum, der wahr wird, wenn man mal unter einer 747 in der Parkposition steht.

Bezogen auf das T3 muss ich sagen, erfüllt es mich mit großer Ehre, in diesem Projekt mitzuwirken. Immerhin ist oder war dies die größte Baustelle Europas. Dazu kommt, dass man sicherlich nur einmal im Leben die Möglichkeit bekommt, beim Bau eines Flughafenterminals mitzuwirken. Dies in den Außenflächen auf 77.000 m² zu tun, ist für mich als Bauleiter ein absolutes Prestige. Der Gedanke, hier später aus dem Urlaub zu kommen und auf seinen Abholer zu warten, auf Flächen, die man hier mit seinem Team geschaffen hat, ist einfach überwältigend.

Welche Herausforderungen treffen dich bei deiner täglichen Arbeit, die flughafenspezifisch sind?

Speziell und immer mit einem zusätzlichen Gedankengang versehen ist hier am Flughafen sicherlich die Logistik. Ob Personal, Geräte oder Baustoffe. Nichts kann einfach so auf deine Baustelle gelangen. Das Personal benötigt entsprechende Ausweise, Berechtigungen oder Schulungen. Kein Gerät oder Baustoff kann ohne Voranmeldung angeliefert werden. Einfach mal kommen ist nicht. Dies macht es teilweise auch sehr nervig, wenn mal wieder jemand irgendwo nicht reinkommt. Aber auch anspruchsvoll, was die Planung sowie entsprechende Vorbereitung angeht. Alles in allem muss man in das Flughafengame reinkommen und es leben. Dann geht auch das in Fleisch und Blut über. Am Ende des Tages hat nämlich doch der Hausherr (die Fraport) hier das Sagen.

Was im Speziellen das T3 angeht, treffen natürlich auch die obenstehenden Punkte zu. Was hier aber noch hinzukommt, ist die Tatsache, dass sich jeden Tag ca. 3.500 Personen auf der Gesamtbaustelle befinden. Dies hat zur Folge, dass hier die Abstimmung mit anderen Gewerken, Firmen sowie Projekten immens ist. Jeder Schritt will wohlüberlegt sein und bedarf vorab immer einer Prüfung der Baufreiheit. Teilweise werden Flächen für uns freigegeben und binnen einer Stunde durch Dritte wieder verstellt. Dieses Katz-und-Maus-Spiel macht es teilweise sehr anstrengend und nervig. Ebenfalls muss auch die Disposition von Liefermaterialien immer wohl überlegt sein. Zwar haben wir eine auskömmliche Lagerfläche, jedoch auch eine Vielzahl zu verbauender Materialien. So platzt unser kleiner Baustoffhandel fortlaufend immer mal aus allen Nähten. Da überlegt man sich zweimal, ob das Pflaster für die kommende Fläche mit 96 Zügen auf einmal bestellt wird.

Speziell ist auch der sehr hohe Qualitätsanspruch im Wohnzimmer der Fraport, wie wir es hier teilweise nennen. Ob Epoxidharzbeschichtungen in den Gehwegflächen auf Gussasphalt oder Natursteinborde aus Portugal in einem Puzzle aus 101 verschiedenen einzeln hergestellten Steinen. Die edlen Materialien wollen alle sauber und perfekt verbaut werden.

Bauleiter im Einsatz

Was sind deine Highlights bisher?

Die Highlights bisher sind im Generellen, die Baustelle mit einem Personalaufwand von ca. 40 gewerblichen Mitarbeitern (SPF und Bickhardt) wachsen und entstehen zu sehen. In den letzten Monaten lassen sich fast täglich immer mehr Strukturen erkennen, die zum großen Ganzen beitragen. Auch empfinde ich es als Privileg, während des Baus hinter die Kulissen eines Flughafenterminals schauen zu können. Den atemberaubenden Designer-Foodcourt sehen später eben nur die Fluggäste. Die dreistöckige Gepäckförderanlage sicherlich nur die späteren Mitarbeiter. Und auf dem Dach der Abflughalle werden wohl die wenigsten mal gestanden haben.

Was sind unschöne Begleiterscheinungen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen am Frankfurter Flughafen?

AWARO und die damit verbundene Baustellendokumentation bzw. der Schriftverkehr sind sicherlich kein Vergnügen.

Auch die Logistik mit den oben beschriebenen Herausforderungen und einzuhaltenden Formalitäten sind manchmal einfach anstrengend. Die Komplexität macht zwar bisweilen auch Spaß, wenn man im besagten Flughafengame erst mal drin ist. Aber wenn vermeintlich einfache Dinge an Formalitäten scheitern und Zeit fressen, die man eigentlich nicht hat, nervt es eben auch durchaus mal.

Zusätzlich ist definitiv der immense Zeitdruck zu nennen, der speziell hier im Projekt herrscht, da die Eröffnung des T3 bereits für nach Ostern 2026 terminiert ist.

Welche Baumaschinen sind deine Liebsten und warum?

Meine liebste Baumaschine ist der Asphaltfertiger. Dieses hochtechnisierte Gerät fasziniert mich immer wieder. Die viele Technik auf engem Raum ist immer wieder verblüffend. Das Großartige am Einsatz dieses Geräts ist, dass man an Einbautagen immer einen sehr schnellen Werkserfolg feststellen kann. Morgens noch Schotter und abends schon eine riesige Fläche Fahrbahn hergestellt. Das macht einfach Spaß mit anzuschauen und belohnt das Ganze mit einer fertigen Oberfläche nach teilweise monatelangen Tiefbauarbeiten.

Ansonsten liebe ich Mobilkräne. Die sind einfach geil. Und eigentlich Bagger generell.

 

Autor: Tim Schultheis / David Halai 

Als Bindeglied zwischen Planung und örtlicher Ausführung spielt die Vermessung eine gewichtige Rolle auf unseren Baustellen. Ohne unsere Absteckungen können Bauteile nicht bzw. nur mit sehr viel Aufwand hergestellt werden; geht es um Toleranzen unterhalb von 1 cm, ist eine Vermessung zwingend notwendig. Sobald die Bauteile, Flächen, Bordanlagen, etc. fertiggestellt wurden, müssen diese auch wieder in Pläne überführt, sprich aufgenommen werden – man ruft die Vermesser an.

Der Tagesablauf eines Vermessers

Der Tag als Vermesser beginnt in der Regel nach einem Ablaufschema. Auf der Baustelle ankommen, Geräte vorbereiten, Daten sichten, Auto beladen und sich mit den Polieren oder Bauleitern absprechen. So die Theorie. Im vermessungstechnischen Real Life verhält es sich oftmals so, wie es eine alte Weisheit der Bundeswehr besagt: „Nichts ist beständiger als die Lageänderung“.

Du bist vor Ort und überprüfst Maße – es passt nicht. Du betrachtest mit dem Polier zusammen die Pläne und stellst fest, dass wohl unterschiedliche Planversionen existieren. Folglich wird so lange telefoniert, bis eine Lösung für die Problematik gefunden wird. Dabei geht mitunter so viel Zeit ins Land, dass sich die eigentlich abgesprochenen Termine mit den anderen Polieren verschieben. Der beinahe tägliche Wahnsinn.

Besonders beliebt bei Vermessern ist die Tatsache, dass Gerätschaften und Fahrzeuge gelegentlich genau dort abgestellt werden, wo sie die Sicht auf die für uns so wichtigen Festpunkte zur Stationierung des Tachymeters behindern. Man muss sich das so vorstellen: Du kommst als Vermesser in deinem Messbereich an, verschaffst dir einen Überblick, suchst die relevanten Festpunkte und baust dein Messgerät entsprechend auf. Die Messung könnte also beginnen. Weit gefehlt!

Der erste Kollege parkt den Radlader so, dass die Schaufel im Weg ist und entfernt sich vom Fahrzeug. Na gut, nehmen wir einen anderen Festpunkt. Geht nicht, hängt ein Schlauch davor, der im Wind baumelnd ebenfalls die Sicht verdeckt. „Alles klar“, denkt sich der geübte Vermesser. Unser Festpunktnetz ist zum Glück gut ausgestattet und ich habe endlich zwei Festpunkte anmessen können. Der dritte Punkt ist ebenfalls sichtbar, ein Glück! Doch der Blick auf die Stationierungsgenauigkeit sagt nichts Gutes – scheinbar wurde die Laterne angefahren und die Koordinaten des Festpunktes sind somit für Tonne. Also neuen Punkt suchen und hoffen.

Ein solches Fallbeispiel entspricht tatsächlich der Realität und hat genau so schon stattgefunden. Von einer Regelmäßigkeit sind wir zum Glück aber weit entfernt und in den allermeisten Fällen herrscht freie Sicht. Vielmehr beschreibt diese Anekdote anschaulich, mit welchen Gegebenheiten sich Vermesser im Arbeitsalltag durchaus auch herumschlagen müssen. Es verlangt große Flexibilität, um sich auf unerwartete Umstände einzustellen und schnell zu reagieren.Der beste Freund und Helfer ist deshalb das Diensthandy. Leider zugleich auch der schlimmste Feind. Schnell mal die Kollegen angerufen, Problem erklärt, Problem gelöst – perfekt! Wäre da nicht der lästige Fakt, dass du als Vermesser ja auch angerufen wirst. Während der Messung kann es durchaus vorkommen, dass man mehrfach von etlichen Kollegen angerufen wird, wann du denn Zeit hättest für eine Absteckung oder Aufnahme. Da ist dann diplomatisches Vorgehen gefragt.

Fazit

Grundsätzlich und in den allermeisten Fällen laufen die typischen Vermesser-Tage geregelt und strukturiert ab. Man bereitet sich vor, bespricht den Ablauf mit Polieren und Bauleitern und arbeitet nach und nach die To-do-Liste ab. Da beinahe jeder Tag unterschiedliche Aufgaben und Besonderheiten mit sich bringt, wird es auch so gut wie nie langweilig.

 

Autor: Mario Kraus