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Wann bekommt man schon die Gelegenheit, als Innendienstmitarbeiter eine Großbaustelle hautnah zu erleben? Genau diese besondere Chance hatten wir am 30. Oktober: Eine kleine, neugierige Gruppe aus dem Büro machte sich auf den Weg nach Gelnhausen, um das Projekt, das wir sonst nur aus Unterlagen kennen, endlich mal live zu sehen – ein Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.  

Viele von uns waren und sind bereits in verschiedenen Projektphasen involviert: in der Kalkulationsphase, im Einkauf, in der Buchhaltung, in der Abrechnung oder bei internen Besprechungen. Doch all das ist nicht vergleichbar mit dem Eindruck, den man vor Ort gewinnt. Die Baustelle mit eigenen Augen zu sehen, war für einige von uns wie ein Perspektivwechsel mit Wow-Effekt.  

Ein besonderer Dank gilt unserem Kollegen Carsten, der uns mit viel Engagement, Fachwissen und Witz durch den Nachmittag geführt hat. Schon seine kurze Einführung ließ erahnen, wie viel wir an diesem Tag sehen und lernen würden. Selbst das Wetter schien für unsere kleine Gruppe bestellt worden zu sein – sonnig, klar und perfekt für eine Besichtigung.  

Unsere Tour begann in der Kinzigaue, dem Ort des symbolischen Spatenstichs. Der Blick auf den Fuhrpark, der im Sonnenschein ruhte, war eindrucksvoll. Maschinen wie Bodenverdichter oder Gummiradwalzen hatten viele von uns bisher nur aus technischen Unterlagen gekannt – sie nun in voller Größe zu sehen, war faszinierend.  

Unser Weg führte weiter in die Hailerer Aue. Nicht der Hubschrauber, der auf dem Flugplatz direkt neben der Baustelle startete, zog unsere Aufmerksamkeit auf sich, sondern die imposante Stützwand mit ihrer wabenartigen Struktur und die provisorische Brücke, die derzeit die alte ersetzt. Carsten erklärte geduldig weiter die Bauweise der Wand, den Transport der Brücke und die einzelnen Schritte des Rückbaus und Neubaus. Besonders spannend: Der Aufstieg auf den Brückenpfeiler, den unsere Kollegen aus Treis gebaut haben. Außerdem durften wir Materialien begutachten, deren Namen uns zwar geläufig waren, die wir jedoch noch nie in natura gesehen hatten: Endlich bekamen Rechnungen ein Gesicht!  

Unsere letzte Station: Bahnhof Gelnhausen. Hier konnten wir die zukünftige Bahnsteigkante erkennen, die neue Fußgängerunterführung besichtigen und uns einen Eindruck davon verschaffen, wie viel Platz ein barrierefreier Zugang erfordert. Besonders beeindruckend: Während wir staunten, rollten auf dem Nachbargleis die Züge weiter. Fahrgäste warteten auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig, während direkt daneben gebaut wird. Der Zusammenhang zwischen Baumaßnahme und geschäftigem Betrieb war hier besonders greifbar.  

Zum Abschluss ließen wir den Tag gemeinsam mit den Baustellen-Kollegen ausklingen – bei angeregten Gesprächen und dem Gefühl, nun ein viel besseres Verständnis für das Projekt zu haben.  

Diese Baustellenbesichtigung war sehr informativ. Jetzt verstehen wir besser, welche enorme Leistung unsere Kollegen draußen tagtäglich erbringen.  

Danke Carsten – STABIL!  

 

Autoren: Céline Grein, Hannes Liebich, Filiz Scharnberg 

Vom 17.04.2025, 21:00 Uhr bis 02.05.2025, 5:00 Uhr fand auf unserer Baustelle in Hanau-Gelnhausen die vertragsgemäß einzige Totalsperrung im Jahr 2025 statt. Wieder zeigt sich: wir lieben das Lösen komplexer Herausforderungen.

Dies erforderte nicht nur Schweiß und Blut während der Sperrpause, sondern ebenfalls langwierige Vorplanungen wie auch kurzfristige Umplanungen. Denn gut vorgeplant ist gut gebaut. Dies betrifft nicht nur die eigentlichen Bauarbeiten, sondern auch Dienstpläne der Mannschaften, welche vorwiegend im Zweischichtbetrieb aktiv waren. Insgesamt waren ca. 45 Mann von Schnorpfeil Rhein-Main (ohne ARGE-Partner) während der Zeit aktiv tätig oder teilweise auf Abruf.

Zu den spannenden Tätigkeiten während der 344-stündigen Sperrpause gehörten unter anderem:

Die Sperrpause war für die planmäßige Realisierung dieses Projekts ein voller Erfolg. Allen Beteiligten gilt hierfür ein großes Lob und Dankschön! Mit Schnorpfeil Rhein-Main gebaut heißt, auf Anspruch gebaut. Darauf ist Verlass. Gemeinsam konnten wir das in der Oster-Sperrpause mal wieder unter Beweis stellen.

 

Autor: Carsten Wißner

Nach 4 Jahren Bemühungen haben wir einen neuen Großauftrag in Luxemburg erhalten. Das Projekt „New Aviation Fuel Facilities“ hat zum Ziel, das bestehende Tanklager auf dem Internationalen Flughafen in Luxemburg zu ersetzen. Hierbei sollen 6 Tanks mit einem Gesamtvolumen von 30.000 m³ Kerosin errichtet und mit der bestehenden NATO-Betankungspipeline des Flughafens angeschlossen werden.

Das Baufeld von ca. 5,3 ha (7,5 Fußballfelder) untergliedert sich in 2 Bereiche. Im oberen Plateau „Landside“ werden die 6 Kerosintanks, inklusive Entladeplatz von Tankwagen, Bürohauptgebäude, Feuerlöschzentrale sowie der gesamte Anlagenbau zur weiteren Verteilung des Kerosins durch eine Pumpstation errichtet. Im unteren Plateau „Airside“ befindet sich die spätere Verteilungsanlage des Kerosins über Tankwagen sowie die direkte Einspeisung in das Kerosinnetz des Vorfelds vom Flughafen. Die Verbindung der beiden Bereiche sowie die Anbindung an das bestehende System erfolgt über eine unterirdisch verlegte Pipeline.

Der Weg zum Auftrag

Bereits 2021 erfolgte die Präqualifizierung für den Neubau des zuvor beschriebenen Bauvorhabens. Die Präqualifizierung ist eine übliche Vorgehensweise und dient der vorwettbewerblichen Eignungsprüfung. Die Bewerber müssen sich anhand von definierten Kriterien bewerben, um an der späteren Ausschreibungsphase teilzunehmen. Hierbei stellt der Auftraggeber sicher, dass die bewerbenden Unternehmen in der Lage sind, entsprechend komplexe sowie große Bauvorhaben durchzuführen.

Die erste Bewerbung sowie Angebotsabgabe erfolgten 2022, die nach diversen Nachforderungen in einer Aufhebung der ersten Ausschreibung endete. Die erneute Ausschreibung kam 2023 mit kleineren Änderungen auf den Markt. Nach mehreren Angebotsüberarbeitungen, Bietergesprächen und diversen Vertragsverhandlungen kam schlussendlich der Auftrag am 30.04.2025, unterschrieben von der Ministerin für das Großherzogtum Luxemburg „Mobility and Public Works“, bei uns im Hause Schnorpfeil an.

Projektwert und Herausforderungen

Das Gesamtauftragsvolumen beläuft sich auf rund 95 Mio. EUR, die sich dem Konsortium Rotan, Schnorpfeil Rhein-Main und unseren Kollegen Heinz Schnorpfeil aus Treis-Karden aufteilen. Hierbei beträgt der Angebotsanteil für Schnorpfeil Rhein-Main über 35 Mio. EUR. Die strikte Bauzeit von 644 Arbeitstagen beschert uns bis April 2028 Arbeit im benachbarten europäischen Ausland.

Wir stellen uns mit diesem Projekt vielen neuen Herausforderungen. Vertraglich handelt es sich um einen Globalpauschalvertrag (auszuführende Bauleistung sowie Vergütung erfolgt über eine Pauschalsumme), der mit strikten Vertragsstrafen belegt ist. Die Arbeiten außerhalb von Deutschland sind trotz der Europäischen Union sowie der Nähe zu Deutschland mit anderen Regularien belegt. Beispiele hierfür sind spezielle Kontrollbüros in der Ausführungsplanung, luxemburgische Regelwerke, spezielle Auflagen des Arbeitsschutzes und unter anderem das luxemburgische Steuerrecht, um nur ein paar wenige Punkte zu nennen.

Zudem kommen sprachliche Hürden hinzu, die wir so in der Vergangenheit nicht hatten. Das auftraggeberseitige Projektteam ist Deutsch-, Englisch- und Französisch-sprachig besetzt. Und in jeder der drei Sprachen sind auch Ausfertigungen von Ausschreibungsunterlagen und Vertrag gehalten. Aber was wäre Schnorpfeil Rhein-Main, wenn sich nicht das gesamte Projektteam darauf freuen würde, diese neuen Herausforderungen mit höchstem Anspruch anzugehen. In diesem Sinne: „Auf Anspruch gebaut“.

 

Autor: Manuel Kraft

Unser Kollege Tim Schultheis gibt spannende Einblicke in seine Arbeit als Bauleiter am Terminal 3 des Frankfurter Flughafens. Denn sowohl seine Rolle als auch das Projekt und der Bauherr bringen gleichermaßen schöne und herausfordernde Aspekte mit sich.

Beschreibe doch einmal bitte in Kürze deine Baustelle.

Im Rahmen der VE34 – Terminalnahe Oberflächen T3 – werden, wie der Name schon sagt, die Oberflächen rund um das Terminal 3 hergestellt. Diese Flächen beinhalten spätere Vorfeldflächen im Norden des Terminalhauptgebäudes, Betriebsflächen im Westen und Osten sowie öffentliche Bereiche im südlichen Bereich vom Parkhaus bis zum Anschluss an das Terminalhauptgebäude. Ebenso stellen wir den 5.500 m² großen Anlieferhof her, in welchem schon in einem Vorgängerprojekt (VE148) die Vorbereitungen getroffen wurden.

Der wesentliche Part dieser Maßnahme konzentriert sich jedoch auf den öffentlichen Bereich. In diesem stellen wir den kompletten Ankunftsbereich des Terminal 3 her. So werden auf ca. 700 m Länge von Einfahrts- bis Ausfahrtsschrankenanlage sämtliche Verkehrsflächen für Busse, Autos und Fußgänger erstellt. Hierzu gehören Straßen, Haltestellen, Gehwegflächen und Parkplätze. Tiefbautechnisch erfolgt der Ausbau einer vollständigen Oberflächenentwässerung der beschriebenen Flächen sowie die Kabeltiefbauinfrastruktur für Beleuchtung, Kameras sowie Parkscheinautomaten und dergleichen. Gesamtheitlich werden ca. 320 Kabelschächte verbaut.

Was findest du am spannendsten an einer Baustelle am Flughafen und im Speziellen am Terminal 3?

Am spannendsten ist es generell, eine Beschäftigung zur Erschaffung bzw. der Instandhaltung von Infrastruktur an einem derartigen Flughafen zu haben. Der Flughafen Frankfurt ist ein zentrales Drehkreuz für den Passagier- sowie Warenverkehr von großer regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung. Das macht ihn ein Stück weit einzigartig und meine Tätigkeit somit noch besonderer. Allein diese Tatsache macht die Aufgabe hier schon fast ehrenvoll und lässt mich jeden Tag gerne hierherfahren.

Zudem kommt sicherlich auch etwas das Kind im Mann hoch, wenn man im Rahmen einer Vorfeldmaßnahme die Möglichkeit hat, mit dem Auto zwischen den Flugzeugen zu fahren. Für viele ist es sicherlich ein Kindheitstraum, der wahr wird, wenn man mal unter einer 747 in der Parkposition steht.

Bezogen auf das T3 muss ich sagen, erfüllt es mich mit großer Ehre, in diesem Projekt mitzuwirken. Immerhin ist oder war dies die größte Baustelle Europas. Dazu kommt, dass man sicherlich nur einmal im Leben die Möglichkeit bekommt, beim Bau eines Flughafenterminals mitzuwirken. Dies in den Außenflächen auf 77.000 m² zu tun, ist für mich als Bauleiter ein absolutes Prestige. Der Gedanke, hier später aus dem Urlaub zu kommen und auf seinen Abholer zu warten, auf Flächen, die man hier mit seinem Team geschaffen hat, ist einfach überwältigend.

Welche Herausforderungen treffen dich bei deiner täglichen Arbeit, die flughafenspezifisch sind?

Speziell und immer mit einem zusätzlichen Gedankengang versehen ist hier am Flughafen sicherlich die Logistik. Ob Personal, Geräte oder Baustoffe. Nichts kann einfach so auf deine Baustelle gelangen. Das Personal benötigt entsprechende Ausweise, Berechtigungen oder Schulungen. Kein Gerät oder Baustoff kann ohne Voranmeldung angeliefert werden. Einfach mal kommen ist nicht. Dies macht es teilweise auch sehr nervig, wenn mal wieder jemand irgendwo nicht reinkommt. Aber auch anspruchsvoll, was die Planung sowie entsprechende Vorbereitung angeht. Alles in allem muss man in das Flughafengame reinkommen und es leben. Dann geht auch das in Fleisch und Blut über. Am Ende des Tages hat nämlich doch der Hausherr (die Fraport) hier das Sagen.

Was im Speziellen das T3 angeht, treffen natürlich auch die obenstehenden Punkte zu. Was hier aber noch hinzukommt, ist die Tatsache, dass sich jeden Tag ca. 3.500 Personen auf der Gesamtbaustelle befinden. Dies hat zur Folge, dass hier die Abstimmung mit anderen Gewerken, Firmen sowie Projekten immens ist. Jeder Schritt will wohlüberlegt sein und bedarf vorab immer einer Prüfung der Baufreiheit. Teilweise werden Flächen für uns freigegeben und binnen einer Stunde durch Dritte wieder verstellt. Dieses Katz-und-Maus-Spiel macht es teilweise sehr anstrengend und nervig. Ebenfalls muss auch die Disposition von Liefermaterialien immer wohl überlegt sein. Zwar haben wir eine auskömmliche Lagerfläche, jedoch auch eine Vielzahl zu verbauender Materialien. So platzt unser kleiner Baustoffhandel fortlaufend immer mal aus allen Nähten. Da überlegt man sich zweimal, ob das Pflaster für die kommende Fläche mit 96 Zügen auf einmal bestellt wird.

Speziell ist auch der sehr hohe Qualitätsanspruch im Wohnzimmer der Fraport, wie wir es hier teilweise nennen. Ob Epoxidharzbeschichtungen in den Gehwegflächen auf Gussasphalt oder Natursteinborde aus Portugal in einem Puzzle aus 101 verschiedenen einzeln hergestellten Steinen. Die edlen Materialien wollen alle sauber und perfekt verbaut werden.

Bauleiter im Einsatz

Was sind deine Highlights bisher?

Die Highlights bisher sind im Generellen, die Baustelle mit einem Personalaufwand von ca. 40 gewerblichen Mitarbeitern (SPF und Bickhardt) wachsen und entstehen zu sehen. In den letzten Monaten lassen sich fast täglich immer mehr Strukturen erkennen, die zum großen Ganzen beitragen. Auch empfinde ich es als Privileg, während des Baus hinter die Kulissen eines Flughafenterminals schauen zu können. Den atemberaubenden Designer-Foodcourt sehen später eben nur die Fluggäste. Die dreistöckige Gepäckförderanlage sicherlich nur die späteren Mitarbeiter. Und auf dem Dach der Abflughalle werden wohl die wenigsten mal gestanden haben.

Was sind unschöne Begleiterscheinungen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen am Frankfurter Flughafen?

AWARO und die damit verbundene Baustellendokumentation bzw. der Schriftverkehr sind sicherlich kein Vergnügen.

Auch die Logistik mit den oben beschriebenen Herausforderungen und einzuhaltenden Formalitäten sind manchmal einfach anstrengend. Die Komplexität macht zwar bisweilen auch Spaß, wenn man im besagten Flughafengame erst mal drin ist. Aber wenn vermeintlich einfache Dinge an Formalitäten scheitern und Zeit fressen, die man eigentlich nicht hat, nervt es eben auch durchaus mal.

Zusätzlich ist definitiv der immense Zeitdruck zu nennen, der speziell hier im Projekt herrscht, da die Eröffnung des T3 bereits für nach Ostern 2026 terminiert ist.

Welche Baumaschinen sind deine Liebsten und warum?

Meine liebste Baumaschine ist der Asphaltfertiger. Dieses hochtechnisierte Gerät fasziniert mich immer wieder. Die viele Technik auf engem Raum ist immer wieder verblüffend. Das Großartige am Einsatz dieses Geräts ist, dass man an Einbautagen immer einen sehr schnellen Werkserfolg feststellen kann. Morgens noch Schotter und abends schon eine riesige Fläche Fahrbahn hergestellt. Das macht einfach Spaß mit anzuschauen und belohnt das Ganze mit einer fertigen Oberfläche nach teilweise monatelangen Tiefbauarbeiten.

Ansonsten liebe ich Mobilkräne. Die sind einfach geil. Und eigentlich Bagger generell.

 

Autor: Tim Schultheis / David Halai 

Als Bindeglied zwischen Planung und örtlicher Ausführung spielt die Vermessung eine gewichtige Rolle auf unseren Baustellen. Ohne unsere Absteckungen können Bauteile nicht bzw. nur mit sehr viel Aufwand hergestellt werden; geht es um Toleranzen unterhalb von 1 cm, ist eine Vermessung zwingend notwendig. Sobald die Bauteile, Flächen, Bordanlagen, etc. fertiggestellt wurden, müssen diese auch wieder in Pläne überführt, sprich aufgenommen werden – man ruft die Vermesser an.

Der Tagesablauf eines Vermessers

Der Tag als Vermesser beginnt in der Regel nach einem Ablaufschema. Auf der Baustelle ankommen, Geräte vorbereiten, Daten sichten, Auto beladen und sich mit den Polieren oder Bauleitern absprechen. So die Theorie. Im vermessungstechnischen Real Life verhält es sich oftmals so, wie es eine alte Weisheit der Bundeswehr besagt: „Nichts ist beständiger als die Lageänderung“.

Du bist vor Ort und überprüfst Maße – es passt nicht. Du betrachtest mit dem Polier zusammen die Pläne und stellst fest, dass wohl unterschiedliche Planversionen existieren. Folglich wird so lange telefoniert, bis eine Lösung für die Problematik gefunden wird. Dabei geht mitunter so viel Zeit ins Land, dass sich die eigentlich abgesprochenen Termine mit den anderen Polieren verschieben. Der beinahe tägliche Wahnsinn.

Besonders beliebt bei Vermessern ist die Tatsache, dass Gerätschaften und Fahrzeuge gelegentlich genau dort abgestellt werden, wo sie die Sicht auf die für uns so wichtigen Festpunkte zur Stationierung des Tachymeters behindern. Man muss sich das so vorstellen: Du kommst als Vermesser in deinem Messbereich an, verschaffst dir einen Überblick, suchst die relevanten Festpunkte und baust dein Messgerät entsprechend auf. Die Messung könnte also beginnen. Weit gefehlt!

Der erste Kollege parkt den Radlader so, dass die Schaufel im Weg ist und entfernt sich vom Fahrzeug. Na gut, nehmen wir einen anderen Festpunkt. Geht nicht, hängt ein Schlauch davor, der im Wind baumelnd ebenfalls die Sicht verdeckt. „Alles klar“, denkt sich der geübte Vermesser. Unser Festpunktnetz ist zum Glück gut ausgestattet und ich habe endlich zwei Festpunkte anmessen können. Der dritte Punkt ist ebenfalls sichtbar, ein Glück! Doch der Blick auf die Stationierungsgenauigkeit sagt nichts Gutes – scheinbar wurde die Laterne angefahren und die Koordinaten des Festpunktes sind somit für Tonne. Also neuen Punkt suchen und hoffen.

Ein solches Fallbeispiel entspricht tatsächlich der Realität und hat genau so schon stattgefunden. Von einer Regelmäßigkeit sind wir zum Glück aber weit entfernt und in den allermeisten Fällen herrscht freie Sicht. Vielmehr beschreibt diese Anekdote anschaulich, mit welchen Gegebenheiten sich Vermesser im Arbeitsalltag durchaus auch herumschlagen müssen. Es verlangt große Flexibilität, um sich auf unerwartete Umstände einzustellen und schnell zu reagieren.Der beste Freund und Helfer ist deshalb das Diensthandy. Leider zugleich auch der schlimmste Feind. Schnell mal die Kollegen angerufen, Problem erklärt, Problem gelöst – perfekt! Wäre da nicht der lästige Fakt, dass du als Vermesser ja auch angerufen wirst. Während der Messung kann es durchaus vorkommen, dass man mehrfach von etlichen Kollegen angerufen wird, wann du denn Zeit hättest für eine Absteckung oder Aufnahme. Da ist dann diplomatisches Vorgehen gefragt.

Fazit

Grundsätzlich und in den allermeisten Fällen laufen die typischen Vermesser-Tage geregelt und strukturiert ab. Man bereitet sich vor, bespricht den Ablauf mit Polieren und Bauleitern und arbeitet nach und nach die To-do-Liste ab. Da beinahe jeder Tag unterschiedliche Aufgaben und Besonderheiten mit sich bringt, wird es auch so gut wie nie langweilig.

 

Autor: Mario Kraus

Am 9. Oktober 2023 wurden wir mit der Bauausführung des Planfeststellungsabschnittes 5.17 der DB-Ausbaustrecke Hanau-Gelnhausen beauftragt. Der Abschnitt 5.17 ist ein ca. 3,5 km langes Teilstück der Strecke in Gelnhausen. Und der Auftrag durch die Deutschen Bahn AG ist der größte in der Geschichte von Schnorpfeil Rhein-Main.

Die starke Schiene als Teil der Mobilitätswende

Die Maßnahme ist Teil der Verkehrswende Deutschlands. Die Verkehrswende bezeichnet einen grundlegenden und nachhaltigen Umbruch in der Mobilität. Weg von konventionellen, oft umweltbelastenden Verkehrsmitteln, hin zu umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Transportoptionen wie z.B. der Bahn. Ziel ist es, den Verkehr klimafreundlicher, effizienter und ressourcenschonender zu gestalten. Durch Investitionen in die Bahn werden im Fernverkehr dringend benötigte Kapazitäten erhöht, Anbindungen an weitere Städte ermöglicht und bessere Umsteigeverbindungen geschaffen. Auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) soll qualitativ verbessert werden.

Der Korridor zwischen Hanau und Gelnhausen, bzw. weiter bis Fulda, ist momentan überwiegend zweigleisig ausgebaut. Ziel der Baumaßnahme ist die Herstellung einer 4-Gleisigkeit. Damit wird der Bahnverkehr entflechtet. Der ICE fährt zukünftig auf den beiden inneren Gleisen; der Nah-, Regional- und Güterverkehr nutzt zukünftig die äußeren Gleise.

Lukrativ und intensiv – mindestens vier Jahre lang

Wir führen die Maßnahme in ARGE als technischer Federführer aus. Unsere Partner sind die Firma Schweerbau, Stadthagen für den Gleisbau und unsere Kollegen von Heinz Schnorpfeil aus Treis-Karden für den Ingenieurbau. Die Auftragssumme beträgt insgesamt rund 126 Mio. EUR (netto), davon rund 80 Mio. EUR für Schnorpfeil Rhein-Main. Die geplante Bauzeit beträgt vier Jahre. Rechnerisch bedeutet die Auftragssumme, dass wir für die nächsten vier Jahre bereits 50 % unserer Kapazität allein mit dieser Baumaßnahme im Auftrag haben.

Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch, dass die nächsten vier Jahre auf dieser Baustelle sehr anstrengend werden. Alle Baumaßnahmen für die DB AG sind sehr herausfordernd. Bauen unter Betrieb für Eisenbahn-Infrastruktur und Bauen mit dem Auftraggeber Deutsche Bahn gehören zu den schwierigsten Aufgaben für ein Bauunternehmen. Das ist die Champions League. Wir können stolz sein, dass wir als vergleichsweises junges Unternehmen solche Baumaßnahmen akquirieren und abwickeln können. Es braucht enormes Knowhow und starke Nerven.

Ihre Zukunft – Unsere Baustelle

Man kann fragen: Warum tun wir uns das an? Die erste naheliegende Antwort ist: weil wir es können. Denn als erfahrene Experten auf dem Gebiet der Bauausführung im Flughafenbau, Bahnbau und (Energie-)Infrastrukturbau liegt diese Art von Auftrag genau in unserem Fachgebiet. Gleichzeitig können wir auch selbstbewusst feststellen, dass es nicht endlos viele Unternehmen in Deutschland gibt, die den Anforderungen solch eines Projekts überhaupt gewachsen sind. Es sind unsere Bauingenieure, Bautechniker, Poliere, Maschinisten und Facharbeiter, die eine nachhaltige Infrastruktur für Deutschland und Rhein-Main planen, entwickeln und bauen.

Darüber hinaus steckt aber noch mehr dahinter. Denn unsere besondere Expertise und Kompetenz als Spezial-Infrastruktur-Bauer ermöglichen uns die Zukunftssicherung von Deutschland mitzugestalten. Und das ist zentraler Bestandteil unserer Motivation. Wir arbeiten aktiv an der Verkehrs-, Klima- und Energiewende in Deutschland mit. Auf diese Weise leisten wir nicht nur für unsere Auftraggeber einen Beitrag zu deren zukünftiger Entwicklung, sondern geben auch unseren Mitarbeitenden Motivation und Sinn für ihre Arbeit und sichern der Gesellschaft eine lebenswerte Region, getragen von einer herausragenden Infrastruktur. Durch unsere Arbeit tragen wir dazu bei, Wohlstand nachhaltig zu schaffen und zu sichern.

Insofern spiegeln Infrastrukturprojekte dieser Art auch unser Selbstverständnis und unsere Unternehmensphilosophie bei Schnorpfeil Rhein-Main wider, die sich letztlich auch in unserem Claim ausdrückt: Ihre Zukunft. Unsere Baustelle.

Im Rahmen der Verkehrswende wird die DB AG über die nächsten Jahre und Jahrzehnte hinweg ihre Infrastruktur mit großen finanziellen Mitteln sanieren und modernisieren. Deshalb werden wir uns auch in Zukunft um lukrative Aufträge der Deutschen Bahn bemühen, die derart im Einklang mit unserer Unternehmensphilosophie stehen.

Viele Aufgaben, ein großes Team

In Gelnhausen bauen wir die Dammverbreiterungen, die Entwässerungen, die Tragschichten und die Lärmschutzwände im Gleisbereich, die zugehörige Logistik zur Baustellenabwicklung wie BE-Flächen und Baustraßen, komplexe Baugrubenverbauten für Ingenieurbauwerke (i.d.R. Spundwände), eine provisorische Straßenumfahrung der L3202 als KBE-Konstruktion (Kunststoffbewehrte Erde) sowie diverse weitere innerstädtische Verkehrsflächen und Durchlässe. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass es sich um fast 100 Einzelbaumaßnahmen handelt, die jede für sich eine eigene Baustelle ist. Ein Teil der Leistungen ist in Sperrpause – insbesondere über Ostern – zu erbringen.

Wir bedanken uns bei allen am Bau Beteiligten für ihr Engagement, ihren Einsatz und ihre Geduld, wenn wieder einmal etwas umgeplant werden muss – was eher die Regel als die Ausnahme ist. Wir wünschen viel Erfolg, gute Nerven, Unfallfreiheit – aber auch Spaß an der Arbeit und Stolz auf das Erreichte.