Vom Studium ins Berufsleben: Meine Einarbeitung bei Schnorpfeil Rhein-Main
Seit Oktober 2024 bin ich Teil von Schnorpfeil Rhein-Main. Seitdem unterstütze ich nach meinem Bauingenieurstudium das Team als Jungbauleiter. Der Schritt aus dem Studium ins Berufsleben ist groß und mit Unsicherheiten verbunden gewesen. Wie vielen Berufseinsteigern gingen auch mir zu Beginn die klassischen Fragen durch den Kopf: Bin ich dem Berufsalltag gewachsen? Was passiert, wenn ich ins kalte Wasser geworfen werde? Solche anfänglichen Zweifel begleiten wohl viele junge Bauleiter.

Die ersten Eindrücke
Schon an meinem ersten Tag wurde ich positiv überrascht: Statt direkt „ins kalte Wasser“ geworfen zu werden, erhielt ich einen gut strukturierten Einarbeitungsplan. Dieser half mir nicht nur, mich schnell im Unternehmen zurechtzufinden, sondern vermittelte mir auch Vertrauen und erste Einblicke in die vielfältigen Aufgaben eines Bauleiters.
Ein zentraler Bestandteil dieses Plans war die Rotation durch die verschiedenen Abteilungen von Schnorpfeil Rhein-Main. Für jeweils zwei Wochen durfte ich in die Arbeit der einzelnen Bereiche eintauchen – von der Kalkulation über die Abrechnung bis hin zum Einkauf und zur Arbeitsvorbereitung. So hatte ich nicht nur die Gelegenheit, das Team besser kennenzulernen, sondern entwickelte auch ein tiefes Verständnis dafür, wie die Abteilungen zusammenwirken und welchen Beitrag jeder einzelne Bereich für den gemeinsamen Projekterfolg leistet.
Der Einstieg: das firmeneigene Baustofflabor
Mein praxisnaher Einstieg hat im firmeneigenen Baustofflabor begonnen. Dort dreht sich alles um die Materialien, die auf den Baustellen zum Einsatz kommen – darunter Beton, Asphalt und verschiedene Gesteinskörnungen. Während meines zweiwöchigen Aufenthalts im Labor durfte ich nicht nur wertvolle theoretische Kenntnisse sammeln, sondern auch aktiv an verschiedenen Versuchen mitwirken. So konnte ich unter anderem eine Frischbetonüberwachung durchführen und eine Asphaltschichtdickenmessung begleiten. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Baustellen zu besuchen und die praktische Anwendung der im Labor geprüften Materialien zu beobachten.
Nun habe ich einen Eindruck davon, wie wichtig die Qualitätssicherung von Baustoffen für den späteren Erfolg eines Bauprojekts ist. Das war ein spannender und lehrreicher Start in meine Zeit bei Schnorpfeil Rhein-Main.
Praxiserfahrung in Kalkulation und Einkauf
Zurück bei Schnorpfeil Rhein-Main ging es weiter in der Kalkulation. Hier habe ich die Grundlagen sowie Vorgehensweisen des Bereichs erklärt bekommen und kennengelernt, wie ein Projekt überhaupt beginnt. Ebenso erhielt ich eine Einführung in das Programm RIB iTwo, unserem Kalkulations- und Abrechnungsprogramm. Mir wurde gezeigt, wie das Programm aufgebaut ist und welche Funktionen es bietet – vom Hauptleistungsverzeichnis bis hin zur Bearbeitung von Nachträgen.
Am Ende meines Einsatzes in der Abteilung durfte ich selbstständig Nachträge in das mir zugewiesene Projekt einpflegen, wodurch ich erste praxisnahe Erfahrungen in der Kalkulation sammelte.
Danach durfte ich eine Woche den Einkauf begleiten. Dort konnte ich mir anschauen, wie es funktioniert, wenn wir bei Lieferanten und Nachunternehmern Preise anfragen.
Diese drei Wochen waren äußerst lehrreich für mich und haben mein Verständnis für den Ablauf und die Anforderungen dieser beiden Bereiche erheblich erweitert.
Einblicke in die Arbeitsvorbereitung und Abrechnung
Nachdem ich erste Erfahrungen in der Kalkulation und im Einkauf gesammelt hatte, ging es in der Arbeitsvorbereitung weiter. Nach einer ausführlichen Einführung war eine der Hauptaufgaben die Erstellung eines Bauzeitenplans, was einen zentralen Bestandteil jedes Projekts darstellt. Nachdem mir die Konzepte und Grundlagen erklärt wurden, konnte ich selbst einen Bauzeitenplan für die mir zugewiesene Baustelle erstellen. Es folgte eine Einführung in das Programm ISL-Kocher, bei der mir dessen Zweck und Funktion nähergebracht wurden. Danach war ich eigenständig in der Lage, eine Mengenermittlung für meine Baumaßnahme durchzuführen. Mittlerweile habe ich mich gut eingearbeitet und nutze ISL-Kocher effektiv für die Flächen- und Massenermittlung meiner Baumaßnahme.
Die Abrechnung war meine letzte Station. Hier konnte ich praxisnah an meinem eigenen Baustellenprojekt lernen, wie die Abrechnung funktioniert. Besonders wertvoll war es, projektbezogene Aufgaben gemeinsam mit dem Abrechner durchzuführen und so ein tieferes Verständnis für den Prozess zu entwickeln.
Mein Fazit
Ich möchte mich zunächst bei dem gesamten Team bedanken, das sich die Zeit für mich genommen und all meine Fragen beantwortet hat. Der Einarbeitungsplan war sehr lehrreich und gab mir wertvolle Einblicke, wie ein Bauprojekt abläuft. In kurzer Zeit konnte ich viel Neues lernen und unterschiedliche Vorgehensweisen für verschiedene Aufgaben kennenlernen.
Ich bin überzeugt, dass ein solcher Einarbeitungsplan für viele Berufseinsteiger eine große Unterstützung darstellt und die anfängliche Unsicherheit deutlich reduziert. Für mich waren es zwei äußerst effektive Monate, in denen ich viel gesehen und gelernt habe – zugleich eine hervorragende Vorbereitung für meine eigene Baumaßnahme.
Autor: Serkan Doğan