Schnorpfeil Rhein-Main expandiert: Millionenprojekt am Luxemburger Flughafen
Nach 4 Jahren Bemühungen haben wir einen neuen Großauftrag in Luxemburg erhalten. Das Projekt „New Aviation Fuel Facilities“ hat zum Ziel, das bestehende Tanklager auf dem Internationalen Flughafen in Luxemburg zu ersetzen. Hierbei sollen 6 Tanks mit einem Gesamtvolumen von 30.000 m³ Kerosin errichtet und mit der bestehenden NATO-Betankungspipeline des Flughafens angeschlossen werden.
Das Baufeld von ca. 5,3 ha (7,5 Fußballfelder) untergliedert sich in 2 Bereiche. Im oberen Plateau „Landside“ werden die 6 Kerosintanks, inklusive Entladeplatz von Tankwagen, Bürohauptgebäude, Feuerlöschzentrale sowie der gesamte Anlagenbau zur weiteren Verteilung des Kerosins durch eine Pumpstation errichtet. Im unteren Plateau „Airside“ befindet sich die spätere Verteilungsanlage des Kerosins über Tankwagen sowie die direkte Einspeisung in das Kerosinnetz des Vorfelds vom Flughafen. Die Verbindung der beiden Bereiche sowie die Anbindung an das bestehende System erfolgt über eine unterirdisch verlegte Pipeline.
Der Weg zum Auftrag
Bereits 2021 erfolgte die Präqualifizierung für den Neubau des zuvor beschriebenen Bauvorhabens. Die Präqualifizierung ist eine übliche Vorgehensweise und dient der vorwettbewerblichen Eignungsprüfung. Die Bewerber müssen sich anhand von definierten Kriterien bewerben, um an der späteren Ausschreibungsphase teilzunehmen. Hierbei stellt der Auftraggeber sicher, dass die bewerbenden Unternehmen in der Lage sind, entsprechend komplexe sowie große Bauvorhaben durchzuführen.
Die erste Bewerbung sowie Angebotsabgabe erfolgten 2022, die nach diversen Nachforderungen in einer Aufhebung der ersten Ausschreibung endete. Die erneute Ausschreibung kam 2023 mit kleineren Änderungen auf den Markt. Nach mehreren Angebotsüberarbeitungen, Bietergesprächen und diversen Vertragsverhandlungen kam schlussendlich der Auftrag am 30.04.2025, unterschrieben von der Ministerin für das Großherzogtum Luxemburg „Mobility and Public Works“, bei uns im Hause Schnorpfeil an.
Projektwert und Herausforderungen
Das Gesamtauftragsvolumen beläuft sich auf rund 95 Mio. EUR, die sich dem Konsortium Rotan, Schnorpfeil Rhein-Main und unseren Kollegen Heinz Schnorpfeil aus Treis-Karden aufteilen. Hierbei beträgt der Angebotsanteil für Schnorpfeil Rhein-Main über 35 Mio. EUR. Die strikte Bauzeit von 644 Arbeitstagen beschert uns bis April 2028 Arbeit im benachbarten europäischen Ausland.
Wir stellen uns mit diesem Projekt vielen neuen Herausforderungen. Vertraglich handelt es sich um einen Globalpauschalvertrag (auszuführende Bauleistung sowie Vergütung erfolgt über eine Pauschalsumme), der mit strikten Vertragsstrafen belegt ist. Die Arbeiten außerhalb von Deutschland sind trotz der Europäischen Union sowie der Nähe zu Deutschland mit anderen Regularien belegt. Beispiele hierfür sind spezielle Kontrollbüros in der Ausführungsplanung, luxemburgische Regelwerke, spezielle Auflagen des Arbeitsschutzes und unter anderem das luxemburgische Steuerrecht, um nur ein paar wenige Punkte zu nennen.
Zudem kommen sprachliche Hürden hinzu, die wir so in der Vergangenheit nicht hatten. Das auftraggeberseitige Projektteam ist Deutsch-, Englisch- und Französisch-sprachig besetzt. Und in jeder der drei Sprachen sind auch Ausfertigungen von Ausschreibungsunterlagen und Vertrag gehalten. Aber was wäre Schnorpfeil Rhein-Main, wenn sich nicht das gesamte Projektteam darauf freuen würde, diese neuen Herausforderungen mit höchstem Anspruch anzugehen. In diesem Sinne: „Auf Anspruch gebaut“.
Autor: Manuel Kraft